Schüler
Marianne Brandt
Privates Tintenfass
Marianne Brandt, geboren 1893 in Chemnitz, war eine sehr begabte Designerin. Zuerst studierte sie an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule in Weimar, dann von 1924 bis 1925 am Bauhaus. Sie besuchte die Vorkurse bei Albers und Moholy-Nagy. Außerdem Kurse bei Klee und Kandinsky. Sie ging nicht in die Weberei wie viele andere weibliche Künstler am Bauhaus, sondern in die Metallwerkstatt. Das Bauhaus-Diplom bekam sie 1929. Von ihr stammt beispielsweise ein würfelförmiges Tintenfass mit Federablage. Schriftlich teilte sie mit, dass dieses Objekt für sie privat war, „außerhalb ihrer Bauhaustätigkeiten“. Jedoch verraten die Form, das Material und die Zusammenstellung der Flächen den Einfluss des Vorkurses bei Moholy-Nagy. Nach einem Aufenthalt in Paris wurde sie stellvertretende Leiterin der Metallwerkstatt. Nach dem Bauhaus fertigte sie Entwürfe für eine Metallwarenfabrik an. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie Dozentin an der Dresdner Hochschule für Werkkunst. Am Institut für industrielle Gestaltung der Kunsthochschule Berlin-Weißensee war sie von 1951 bis 1954. An ihren Geburtsort Chemnitz zurückgekehrt lebte sie als freie Künstlerin und Kunsthandwerkerin, bis sie 1983 in Kirchberg/Sachsen verstarb.

Produktentwurf aus der Bauhaus-Metallwerkstatt von Marianne Brandt
© Christos Vitteratos / Wikipedia
Von Marianne Brandt stammt auch die Tee-Extrakt-Kanne aus Messing mit einem silbernen Teesieb und einem Ebenholzgriff. Sie gestaltete sie 1924. Die Einzelformen sind klar gewählt. Der Kontrast verschiedener Materialien ist geschickt eingesetzt. Damit hat sie die klassischen Gestaltungs-Grundsätze der Metallwerkstatt optimal umgesetzt.













