Bedeutung

Künstlerische Bedeutung

Spott

Als der Erste Weltkrieg noch tobte - und vermehrt nach seinem Ende - stürzten die Dada-Künstler ab 1916 von Zürich aus mit Anti-Kultur-Protesten gegen die gesamte traditionelle Kunst die Kulturwelt ins Chaos. Diese hatte sich nach Ansicht der Dadaisten zusammen mit der Bürgerlichkeit durch den Krieg ins Unrecht gesetzt. Die Dadaisten verspotteten jeglichen pompösen Kultur- und Bildungsanspruch.

Romantik tschüss!

Wie mit Ernst Ludwig Kirchner bei der „Brücke“ und mit Theo van Doesburg und Gerrit Rietveld bei „De Stijl“ war es mit Walter Gropius ein Architekt, der mit dem Bauhaus in Weimar ab 1919 einen Treffpunkt, Lebens- und Arbeitsplatz für avantgardistische Künstler aller Richtungen bereit stellte, der offiziell gefördert wurde. Trotzdem waren es zuerst die Maler wie Johannes Itten, Lyonel Feininger, Georg Muche, Paul Klee, Oskar Schlemmer und Wassily Kandinsky, die im frühen Bauhaus den Ton angaben. Bildhauer, Theatermacher, Designer und Fotografen kamen dazu. Die Idee war, eine neuartige Kunsthochschule mit dem Bestreben, freie und angewandte Kunst wieder zu einer qualitätsbewussten und zeitbezogenen Arbeit zu vereinen. Man wollte den romantischen Kult des Handwerks verabschieden. Mit einer Gemeinschaft aus Meistern und Schülern, den mittelalterlichen Bauhütten nachempfunden, wollte man ein zukunftsweisendes Forschungslabor für industrielle Formgebung entwickeln. Angestrebt wurde die Zusammenführung und Erneuerung der bildenden und angewandten Künste unter der Obhut der Architektur. Wobei aber alte Handwerks-Traditionen, die auf Einfachheit, Klarheit und Selbstbeschränkung beruhten, nicht vergessen werden sollten.


Wohnhaus im Berliner Hansaviertel,
entworfen von Walter Gropius
© Manfred Brückels / Wikipedia

Die beschleunigte industrielle Entwicklung hatte einen Verfall der Produktqualität wie auch der ästhetischen Form nach sich gezogen. Durch einen gewissen Nationalstolz war das Kunsthandwerk dieser Zeit in historisierender Nachahmung erstarrt. Am Bauhaus hingegen war schöpferische Freiheit das wesentliche Klima. Ein fester Bauhaus-Stil war nicht beabsichtigt, sondern „der lebendige Einfluss auf die Gestaltung“.

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