Lehrer
Gunta Stölzl
Leidenschaftliches Engagement
Gunta Stölzl, geboren 1897 in München, kam als Studentin 1919 ans Bauhaus. Das war für weibliche Studenten damals nicht selbstverständlich. Den Vorkurs belegte sie bei Itten, dann machte sie eine Lehre in der Weberei. Allerdings verfeinerte sie ihr Können nebenbei noch an der Textilfachschule in Krefeld. Ab 1927 wurde sie zur technischen Leiterin der Weberei, also Werkmeister. Sie entwarf aber auch die Muster und Webart von Textilien. Am Webstuhl überprüfte sie die Machbarkeit ihrer Entwürfe. Ihr Werk zeigt im Zusammenspiel von Farbe, Material und Technik die ideale Umsetzung des Bauhaus-Konzeptes. Sie, die als einzige Frau Bauhaus-Meisterin wurde, experimentierte auch mit Kunstfasern, um die industrielle Produktion von Stoff zu ermöglichen. Stölzl gehört zu den ersten Webern, die Bildergeschichten oder ornamentale Muster auf Wandteppichen durch abstrakte Farben und Formen ersetzten.

Gunta Stölzls Arbeitsgerät war der Webstuhl
© Deutsches Bundesarchiv / Wikipedia
Den farbigen Schlitzgobelin, in dem sich klare Strukturen mit kurvigen mischen, rautenförmige Felder und treppenartige Muster aneinander stoßen, Quadrate im Quadrat ruhen, dünne Streifen sich mit dicken abwechseln und kleine Quadrate zu gebrochenen Flächen werden, webte Gunta Stölzl von 1926 auf 1927. Die Kettfäden sind aus Leinen, die Schussfäden aus Baumwolle.













