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Heute ist die Frankfurter Messe der drittgrößte Messeplatz der Welt. Auf über 320.000 m² Ausstellungsfläche finden jedes Jahr zahlreiche nationale und internationale Messen statt, wie zum Beispiel die Internationale Automobilausstellung (IAA) oder die Automechanika als größte Autoteilemesse der Welt. Betrieben wird das riesige Messegelände von der Messe Frankfurt GmbH, die auch im Ausland eine Vielzahl von Messen veranstaltet, wie die Music China oder Textilmessen in Indien, Russland und den USA. Allein zu den Messen am Standort Frankfurt kommen jährlich über 38.000 Aussteller und etwa 2,4 Mio. Besucher.
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 Foto: Torhaus Messe Frankfurt, © Sebastian Kasten
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Die Tradition Frankfurts als Messeplatz reicht weit in die Vergangenheit zurück. Frankfurt ist sogar eine der ältesten Messestädte der Welt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Stadt 794 und schon von Beginn an besaß sie Marktrechte. Bald wurde hier ein regionaler Jahrmarkt abgehalten. Das wissen wir aus der Schrift „Ewen ha Ézer“ (Stein der Hilfe), die ein Mainzer Rabbi im 12. Jahrhundert verfasste, um seinen Glaubensgenossen unter anderem Verhaltensmaßstäbe für den Besuch des Frankfurter Jahrmarkts an die Hand zu geben.
Von der „Frankfurter Herbstmesse“ ist erstmals im Jahr 1150 die Rede. Im Zentrum des Austausches standen vor allem teure Gebrauchsgüter wie Waffen, Gewürze und Stoffe, aber auch allgemeine Gebrauchsgüter. Man vermutet, dass sie auf eine im 11. Jahrhundert gegründete Erntemesse zurückgeht, auf der die Produkte der Landwirtschaft ausgestellt wurden.
Die Messen der freien Reichsstadt Frankenfurth wurden 1240 von Kaiser Friedrich mit einem besonderen Privileg ausgestattet. Er erklärte sie zur ersten Messestadt der Welt und schrieb: "Wir, Friedrich von Gottes Gnaden erhabener Römischer Kaiser, König von Jerusalem und Sizilien, wollen durch dieses Schriftstück aller Welt bekannt machen, dass wir alle insgesamt und jeden Einzelnen, der zu den Messen nach Frankfurt Reisenden unter Unsern und des Reiches besonderen Schutz aufnehmen. Wir gebieten, dass niemand auf dem Hinweg zu diesen Messen oder auf dem Rückweg in irgendeiner Weise zu belästigen oder zu behindern wagen soll. Wer es dennoch wagen würde, soll wissen, dass er mit dem Zorn Unserer Majestät zu rechnen hat. Zur Einprägung dieses Befehls haben Wir diese Urkunde darüber herstellen und mit dem Siegel Unserer Majestät bekräftigen lassen."
 Foto: Haupteingang Frankfurter Messe, © Conrad Nutschan |
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Schnell entwickelten sich die "Herbst-" und die 1330 hinzu gekommene "Frühjahrsmesse" zu internationalen und wichtigen Universalmessen. Es ist Ludwig der Bayer, der im April 1330 das Privileg zu einer Frankfurter Frühjahrsmesse erteilt, weil man in dieser Zeit Produkte, die im Winter hergestellt wurden, am besten verkaufen kann. In der Folge erlebt Frankfurt als Messeplatz seine erste Blüte – etwa bis 1400. Gehandelt werden sogar chinesische Seide und orientalische Gewürze.
Ermöglicht wurde dies zu einem großen Teil durch die Privilegien, die der Deutsche Kaiser den Messeteilnehmern einräumte. Sie besaßen die so genannte Messefreiheit, die es jedem ermöglichte, Waren auf der Messe anzubieten und zu verkaufen. Außerdem genoss jeder Teilnehmer der Messe freies Geleit in der Stadt und eine Woche vor und nach Messebeginn Geleitschutz von und nach Frankfurt. Ein einheitliches Messegelände wie heutzutage gab es damals aber noch nicht. Im Mittelalter und auch noch in der Neuzeit erstreckte sich die Messe über die Marktplätze Frankfurts und damit über die gesamte Stadt.
Die Frankfurter Messe trieb die Entwicklung der Geld- und Kreditwirtschaft, was Frankfurt auch zu einem Banken- und Börsenplatz machte. Auf der Frankfurter Messe entwickelte sich das Kreditwesen und der Wechselhandel. Und: Ab dem 14. Jahrhundert boten Mönche neben Gebrauchsgütern auch Manuskripte zum Kauf an, die sie erstellt hatten. Daraus entwickelt sich die Buchmesse, die zum ersten Mal im Jahre 1485 veranstaltet wurde.
Nach der französischen Revolution verlor der Messeplatz Frankfurt zunehmend an Bedeutung, da sich die unsicheren politischen Entwicklungen zu Beginn des 19. Jahrhunderts negativ auswirkten. Ab Mitte des Jahrhunderts waren die Frankfurter Messen mehr Jahrmärkte als wirtschaftliche Veranstaltungen. Erst nach der Reichsgründung im Jahre 1871, als wieder bessere politische Rahmenbedingungen herrschten, erlebte die Frankfurter Messe eine Wiederbelebung. Seit dem Zweiten Weltkrieg hat sich Frankfurt zu einem der größten und bedeutendsten Messestandorte weltweit entwickelt.
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