Lehrer
Gerhard Marcks
Archaisch, mittelalterlich
Der Bildhauer Gerhard Marcks wurde 1889 in Berlin geboren. Seine ersten plastischen Arbeiten fertigte er ab 1907 an. Mit dem Bildhauer Richard Scheibe hatte er in Berlin um 1912 eine Ateliergemeinschaft. 1920 wurde er als Formmeister in die Bauhaus-Werkstatt für Töpferei berufen. Diese war nicht in Weimar, sondern in Dornburg an der Saale. Hier arbeitete er mit dem erfahrenen Werkmeister Max Krehan zusammen. Marcks gab seinen Studenten skulptural-formale Anregungen, mit denen auch folkloristische Motive variiert werden sollten. Antike Formprinzipien flossen mit ein. Nach der Einstellung der Töpferei-Werkstatt des Bauhauses übernahm Marcks die Bildhauerklasse an der Kunstschule der Burg Giebichenstein in Halle. Von den Nationalsozialisten bekam er ab 1937 Ausstellungsverbot. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er Professor an der Landeskunstschule in Hamburg, danach arbeitete er als freier Künstler. Für die Lübecker Katharinen-Kirche schuf er sechs Bronzefiguren, archaisch, mittelalterlich. Ein bekanntes Design-Produkt von Gerhard Marcks ist ein mehrteiliges Porzellan-Tablett mit Rohkostschalen.

Auch die Bremer Stadtmusikanten
stammen von Gerhard Marcks
© Wuzur / Wikipedia
Gerhard Marcks gestaltete auch einige Bilder in der Holzschnitt-Technik. Er illustrierte nicht nur mit zehn Bildern das Wielandslied aus der „Edda“. Seine gegenständlichen Motive waren Themen aus der ländlichen Umgebung: Mondnacht, Schwarzes Fohlen, Dorfschmied, Der Kuhbauer, Thüringer Mutter und Die Krauthexe – eine alte Frau mit einem Korb voller Kräuter stapft mit ihren Krücken in der Hand munter und frohgelaunt durch eine Landschaft voller Ruinen.













