Das Bauhaus - ein Modell

"Das Bauhaus war eine Idee, und ich glaube, dass die Ursache für den ungeheuren Einfluss, den das Bauhaus in der Welt hat, in der Tatsache zu suchen ist, dass es eine Idee war. Eine solche Resonanz kann man nicht mit Organisation erreichen und nicht mit Propaganda." (Ludwig Mies van der Rohe)

"Wollen, erdenken, erschaffen wir gemeinsam den neuen Bau der Zukunft, der alles in einer Gestalt sein wird: Architektur und Plastik und Malerei, der aus Millionen Händen der Handwerker einst gen Himmel steigen wird als kristallenes Sinnbild eines neuen kommenden Glaubens." (Walter Gropius)

"Idee und Erfahrung werden in der Mitte nie zusammentreffen, zu vereinigen sind sie nur durch Kunst und Tat", schrieb Johann Wolfgang von Goethe bereits 1856 an Arthur Schopenhauer.


Was ist mit "Bauhaus" gemeint?

Der Begriff "Bauhaus" ist ein Wortspiel: Er kommt von der mittelalterlichen Bauhütte. Sie war ein Werkstattverband zum Kirchenbau mit Steinmetz, Bildhauer und Bautechniker. Diese waren eine verschworene Gemeinschaft und grenzten sich gegen die Zünfte mit eigenen Ordnungen ab. Durch die lange Bauzeit war die Straßburger Bauhütte führend.


Vermutliches Selbstbildnis des Baumeisters Villard de Honnecourt
© gemeinfrei

Der französische Baumeister Villard de Honnecourt brachte 1235 ein Bauhüttenbuch heraus. Ein Hüttenmeister war der Chef einer solchen Bauhütte. Die Kunsthandwerker in einer Bauhütte lebten nach eigenen Ritualen, und es gab Hüttengeheimnisse - in der Regel handelte es sich um Geheimnisse der Baukunst. Um 1730 wurden die Bauhütten aufgelöst. Ihre Tradition wurde von den Freimaurern übernommen.

Das Bauhaus des 20. Jahrhunderts wollte Millionen von Menschen, die arm und zusammengepfercht lebten, in moderne und hygienische Gebäude umsiedeln. Die Vereinigung von Kunst und Technologie sollte stattfinden. War der Unterricht des Schweizers Johannes Itten, einem der ersten Lehrer des "Bauhauses" in Weimar, noch mystisch-kultisch durchwachsen, was an die alten Bauhütten erinnerte, zog mit dem Gastdozenten Theo van Doesburg die neue Sachlichkeit ein.

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