Unbekanntes Bauhaus
Bauhaus-Jazz
Rhythmisches Delirium
Die Bauhaus-Jazzband, zusammengesetzt aus Bauhaus-Studenten, gehörte zu den besten in Deutschland. Ihr feuriges Temperament wurde euphorisch gelobt. Die spontane und expressive Musik mit viel Improvisation, ohne feste Regeln, passte zu dem Verständnis des Bauhauses. Sie ist der Ausdruck von Ungebundenheit und Lebensfreude. Freie Musik ohne Hierarchie. Jeder bringt seinen Anteil ein. Die Bauhaus-Jazzband spielte in vielen deutschen Großstädten bis 1933. Das „rhythmische Delirium“ namens Jazz kam nach dem Ersten Weltkrieg aus den USA. Berlin wurde davon sofort erobert. Tanzlokale wurden in Tanzdielen umgetauft. Die Tänzer ließen die Körper nach dem Sound von Jazz-Orchestern in ungeahnten Bewegungen zucken. Wilde Tänze wie Charleston und Shimmy kamen auf. Die ersten Jazzschallplatten wühlten die jungen Leute auf. Die flotten Klänge eroberten ihre Ohren, Herzen und Beine. Die Röcke wurden kürzer, die Nächte länger.

Charleston, der Modetanz der 20er und 30er Jahre des 20. Jahrhunderts
© gemeinfrei
Künstler wie Man Ray, Otto Dix und Georges Grosz feiern Jazz in ihren Bildern. Die Bauhaus-Kapelle textete 1930:
„wie sie sehen, wir überleben alle stürme.
wir spielen unsere musik
einen hei-in-die-knochen fahrenden rhythmus!
der schlägt ein.“
Während des 10. Farbfestes wurde 2007 in Dessau die „Neue Bauhaus-Kapelle“ gegründet. Sie spielt eine Mixtur aus Jazz, osteuropäischer Folklore, Blues, Reggae und Ska. Sehr schräg, sehr witzig, sehr originell. Sie betrachtet ihren Sound als Hommage an die frühere Jazzband des Bauhauses.
http://www.myspace.com/neuebauhauskapelle
Die englische Band Bauhaus, die 1979 einen Song wie „Bela Lugosi's Dead“ veröffentlichte, ein Lied über einen Vampir-Darsteller, spielt keinen Jazz, sondern düstere Rockmusik, die man als Gothic bezeichnet.













