Tätigkeitsfelder
Architektur
Lebensumstände
Bauhausgründer Walter Gropius war Architekt. Ebenfalls sein Vorgänger Henry van de Velde. Auch wenn das Ziel der bildnerischen Aktionen am Bauhaus immer in einem Bau enden sollte, begann der reguläre Architektur-Unterricht erst 1927, also acht Jahre nach der Gründung. Pläne für vorgefertigte Massenunterkünfte und ideale niedrigpreisige Häuser wurden entwickelt, ausgearbeitet und ausgestellt. Die Tendenz ging damals zur neuen Sachlichkeit, zum Funktionalismus. Die Form sollte der Funktion folgen. Gerade Linien bestimmten das Aussehen, und neue Materialien wie Glas und Stahl wurden eingesetzt. Als Musterhaus wurde in Weimar das "Haus am Horn" erbaut. Das Innere wurde von Bauhaus-Leuten ausgestattet.

Das "Haus am Horn" in Weimar
© Most Curious / Wikipedia
Hannes Meyer, ein Schweizer Architekt, wurde im Bauhaus Dessau der Nachfolger von Walter Gropius. Mit ihm begann der eigentliche Architektur-Unterricht. Für ihn waren die Lebensumstände der Menschen wichtig, die in den Häusern wohnten. Er nannte das "Gestaltung von Lebensvorgängen". Nach Meyers Rücktritt übernahm wieder ein Architekt die Bauhaus-Leitung: Ludwig Mies van der Rohe. Mit ihm lag der Schwerpunkt des Bauhauses endgültig auf der Architektur. Ein Gemeinschaftswohnhaus wurde als Typ entwickelt. Den Grundriss dazu errechnete man aus den folgenden Faktoren: Lebensfunktionen und Sonnenbestrahlung. Ein preiswertes, aber gesundes, den Wohnbedürfnissen entsprechendes Reihenhaus sollte entstehen, ebenso Appartement-Häuser, Stahl-Häuser und Etagen-Hochhäuser. Bambus-Häuser, 1927 entworfen, besaßen einen freien Grundriss. Es gab zwei Haupträume, durch Stellwände unterteilbar für die verschiedenen Bedürfnisse von Mann, Frau, Eltern, Kindern, Tag und Nacht, wobei das Dach als Terrasse für das Atelier diente. Das Ganze war eine Stahlrahmenkonstruktion mit genormten Platten.













